In einem Gründerzeithaus in der Kölner Südstatt wurde eine Wohnung verkauft.
Der neue Eigentümer führtte eine Grundrissänderung durch und entfernte dabei die Trennwand zwischen Küche und Bad; zusätzlich wurde das Bad ausgebaut.
Dabei wurde festgestellt, daß der Voreigentümer zwar eine optisch luxurieuse Sanierung des Bades durchführte, aber die darunter befindliche durchgefaulte tragende Holzbalkendecke nicht sanierte. Durch Eröffnung der Deckenkonstruktion war anhand der Sanierungsschritte beweisbar, daß die durchfaulte Decke im Zuge dieser Sanierung einseh- und erkennbar gewesen ist.
Die Folge war eine umfangreiche Sanierung der Holzdecke, welche aufgrund des Tragsystems auch benachbarte Räume umfaßte. Anschließend wurde der alte Grundrisszustand wieder hergestellt und der Eigentümer klagt aktuell auf Wandlung und Rückabwicklung des Wohnungserwerbs.
Meine Aufgabe war die Durchführung der Deckensanierung und Dokumentation der Schäden zur evtl. prozessualen Verwendung.
Geöffnete Decke
An dem in Bildmitte sichtbaren Mauervorsprung verliefen die fallstränge der ursprünglichen Badezimmerentwässerung. Die alten WC-Anlagen waren dort ebenfalls montiert.
Das Durchfaulen von tragenden Deckenbalken im Bereich solcher oft undichten Installationen und bei den früher nicht abgedichteten Bazimmerfußböden ist ein klassisches, häufiges Schadensbild. Die langanhaltende Nässeeinwirkung hatte bereits zur Bildung von holzzerstörendem Hausschwamm geführt.
Unter dem später montierten WC-Traggerüst erkennt man die Reste einer die Schadstelle überbrückenden provisorischen Verschalung, welche die Schadstelle verdeckt.
Holzzerstörung
Die Sanierung erforderte den kompletten Rückbau der Holzdecke im befallenen Bereich, also das Entfernen der Dielen, der Schüttung und Stakung und der provisorischen Abstützumng auf den zu entfernenden Holzbalken stehender Mauerwerkswände mit anschließendem Ausbau der verfaulten Holzbalken.
Das Einfahren der neuen Holzbalken und das einfädeln dieser Balken unter die abgefangenen Wände gestaltete sich schwierig.